Studio feuerfest

Umbau eines alten Schamotte-Lagerschuppens zu einem Künstlerhaus mit Beherbung-, Gastronomie- und Musik-Übungsräumen

Nach Aufgabe des familienbetriebenen Schamottelagers in den 90er Jahren wurde die Immobilie vorrangig weiter als Lager vermietet, allerdings wurde über Jahre nichts in die Bausubstanz investiert. Generationswechsel, Erneuerungskonzept der Stadt Hamburg waren 2012 Anlass, sich mit den baulichen Möglichkeiten der Liegenschaft zu beschäftigen. Ein erster Ansatz eine Gesamtplanung und städtebauliche Lösung für das Quartier unter Einbeziehung benachbarter Liegenschaften zu entwickeln, scheiterte an den unterschiedlichen Interessen und Eigentumsverhältnissen der benachbarten Eigentümer. Aus diesem Grunde beließen wir es bei einem Einzelbauvorhaben auf den familieneigenen Grundstücken. Dabei erwiesen sich die Grundstücke aufgrund deren Zuschnitte, Nähe zur Güterzugtrasse und den damit verbundenen Emissionen, dem Festhalten der Stadt an dem überalterten B-Plan und der ausgewiesenen 2 Geschossigkeit und die Ausweisung als Gewerbeflächen als äußerst schwierig.
Aus diesem Grunde entschieden wir uns, den Bestandsschutz der alten Hallengebäude zu nutzen und daraus eine spannende Verschneidung alter und neuer Bausubstanz zu schaffen.

Nutzungskonzept
Neben temporär und Langzeit vermietbaren Übungsräumen von 17 bis 22 m² (z. B. wie noisy-roomes, Berlin, Auslastung bis 90 %), werden Gasträume von 16 bis 29 m² angeboten. Die Übernachtungspauschale orientiert sich am mittleren Segment. Für die Langzeitanmietung von Übungsraum liegen bereits verbindliche Anfragen vor.
Die Kombination von Gästezimmern mit Übungsräumen bietet für professionelle Musiker eine – in Hamburg – einzigartige Möglichkeit. Der Beruf des Musikers ist mit vielen Reisen und Hotelübernachtungen verbunden. Dabei das eigene Übe- und Probenpensum beizubehalten ist für die meisten Musiker und Bands fast unmöglich. Mit dem Konzept von „Studio feuerfest“ wird Musikern die Möglichkeit geboten, sowohl in einer familiären Atmosphäre „unterzukommen“, als auch ihr täglich notwendiges Übeprogramm fortzusetzen, was sonst in Hotels oder Gästezimmern unerwünscht oder unmöglich ist. Die Reisezeit ist somit bestens genutzt.

Langfristig ist die Umnutzung des restlichen ehem. Schamottelagers als Erweiterung mit eingebauten Boxen geplant. Hier soll zukünftig auch ein Angebot von Dienstleistungen und Einzelhandel des musikbezogenen Gewerbes geschaffen werden.

Ausgangslage und Standort
Geplant ist ein Studiohaus (gesamt ca. 732 m²) für professionelle Musiker mit Übungs- und Schlafräumen.
Der Standort Pestalozzistraße/Steilshooper Straße hat für die geplante Nutzung einen sehr hohen Wert und ist durch die Anbindung an den ÖPNV, der Nähe zum Hauptbahnhof und Flughafen geradezu ideal. Darüber hinaus entwickelt sich das Stadtteilmilieu durch das Erneuerungskonzept aktuell zu einem wichtigen Baustein des geplanten Nutzungskonzeptes.
Das neue Barmbek zieht zunehmend junges, kreatives, kulturinteressiertes Publikum an. Künstler und Musiker wählen immer öfter Barmbek als Wohnort. Hierzu gehört natürlich auch die Entwicklung eines entsprechend städtebaulichen Umfeldes.